England & UK - Travel

From 2018 until 2023 I lived in central England and visited as many heritage sites, museums and historic homes as I could. I still return at least annually to the UK. There is so much to see and discover!

 

1. Hardwick Hall, Derbyshire

[German Below]

 

‘Hardwick Hall - more glass than wall’ is a famous quib about the majestic house of Bess of Hardwick. The Elizabethan estate is the crown jewel in the real estate portfolio which the resolute, economically gifted Bess assembled. She had it built by Robert Smythson between 1590 and 1597.

Bess, Elizabeth, was born around 1527, the daughter of a Derbyshire gentry family which promised her an upbringing with some degree of education and a provision in financial terms. She had the emotional immense misfortune but also the financial advantage of outliving four wealthy husbands.

First married at fourteen to a wealthy twelve-year-old heir of a neighbouring family and widowed only months later, she went on to marry Sir William Cavendish. After he died a decade into the marriage, Bess was still only around thirty and by all accounts both smart and beautiful.

Sir William left her substantial property in her own right, which would have allowed her to remain widowed (a state of legal independence for a woman) and well-provided for. That she remarried is to be attributed to falling in love. In 1559, after two years of widowhood, Sir William St Loe wed her but around five years later, he died in mysterious circumstances (very likely poisoned by his younger brother). Bess' reputation was marred as she kept outliving husbands and people began to talk whether she had any hand in that. The letters passing between her and her husbands are of affection, trust and mutual respect. Her husbands' families were fond of her and the fact that her husbands left her substantial property out of their free will shows that she seems to have been a good, clever, level-headed woman who was popular with those around her but remarkably unfortunate that were she found love she also was to lose it so soon.

Her last marriage in particular, to George Talbot, 6th Earl of Shrewsbury, began, according to the letters, full of affection also. However, the couple were soon charged by Elizabeth I with guarding Mary Stuart, Queen of Scots, and from then on the household centred around the prisoner for sixteen years. William probably developed feelings for Mary and at the same time suffered increasing mental problems, which he took out on Bess. Bess and Mary were initially good friends and embroidered large tapestries together before Bess began to realise what was going on.

The relationship between the involuntary menage-a-trois became increasingly out of control. George Talbot found his wife a thorn in his side and even went so far as to have her household violently plundered by his bodyguard after a separation. Mary Stuart was executed in 1587. George Talbot died in 1590, giving Bess new freedom at an advanced age. 

Throughout her marriages Bess had cleverly managed her own estates, introduced agricultural innovations and she had made good profits from the land. She was now the matriarch of a large family and had the chance to enjoy the wealth she had built. Hardwick Hall, with the large E S stonework decorations, fully demonstrate her self-determination and position as a woman landowner in a society where this was rare.

 

Hardwick Hall is now a National Trust property and open to the public. It is a fascinating insight into Elizabethan history and architecture. Important tapestries and needlework samples from Mary Queen of Scots and Bess remain in the house to be seen.

 

 

DEUTSCH:
"Hardwick Hall - more glass than wall", lautet ein berühmter Kommentar zu dem majestätischen Haus der Bess of Hardwick. Das elisabethanische Anwesen ist das Kronjuwel im Portfolio der resoluten, wirtschaftlich begabten Bess und sie ließ es zwischen 1590 und 1597 von Robert Smythson erbauen.

Bess, geboren um 1527, war die Tochter einer Familie aus Derbyshire, die dem Landadel angehörte. Erstmals wurde sie mit vierzehn Jahren an den Erben einer Nachbarsfamilie verheiratet, doch wurde sie schon nach wenigen Monaten Witwe. Der zwölfjährige Ehemann war schon bei der Hochzeit schwer krank. Danach heiratete sie Sir William Cavendish und sie blieben für zehn Jahre ein Paar, bis her (deutlich älter als sie) verschied. Bess war auch da erst etwa dreißig Jahre alt, zum zweiten Mal Witwe und allen Berichten nach sowohl höchst intelligent und eine gute Gesprächspartnerin als auch schön.

Nach zwei Jahren heiratete sie zum dritten Mal, diesmal Sir William St Loe, der jedoch nach etwa fünf Jahren Ehe wohl von seinem jüngeren Bruder vergiftet wurde. Dass Bess ihre wohlhabenden Ehemänner überlebte, verursachte Tratsch und einen Reputationsschaden. Aus den Briefen aus ihren Ehen waren die Beziehungen (außer der ersten Ehe) voller Zuneigung und gegenseitigem Respekt. Die Familien der Ehemänner schätzten Bess und ihre Stiefkinder waren ihr zugetan. Dass sie eine Hand im frühen Ableben ihrer Ehemänner hatte ist durch nichts in den Quellen oder in zeitgenössischen stichhaltigen Berichten zu stützen. Bess hätte als Witwe dauerhaft von einer besseren rechtlichen Absicherung profitiert, als erneut zu heiraten und sich jedes Mal mit ihren Besitztümern in die Hand eines Ehemannes und seiner Familie zu begeben. Witwen waren rechtlich weitgehend selbstbestimmt und genossen Freiheiten, die verheirateten Frauen oder Töchtern nicht eigen waren. Sie heiratete der Quellenlage nach wohl aus echter Zuneigung.

Insbesondere ihre letzte Ehe, zu George Talbot, 6th Earl of Shrewsbury begann den Briefen nach voller Enthusiasmus. Beide Partner waren mittleren Alters und fanden anfangs viel Freude im Zusammensein. Das Paar wurde jedoch bald von Elisabeth I. mit der Bewachung der schottischen Königin Maria Stuart beauftragt und fortan kreiste der Haushalt für sechzehn Jahre um die Gefangene. William entwickelte wohl Gefühle für Maria und erlitt gleichzeitig zunehmende mentale Probleme, was er an Bess ausließ. Bess und Maria waren einige Zeit gute Freunde und stickten gemeinsam große Wandbehänge. Die Beziehung der unfreiwilligen Menage-a-Trois geriet jedoch zunehmend außer Kontrolle, George Talbot war seine Frau ein Dorn im Auge und er ging sogar soweit, nach einer Trennung ihren Haushalt gewaltsam von seiner Leibwache plündern zu lassen.

Maria Stuart wurde 1587 hingerichtet. George Talbot starb 1590. Bess widerfuhr dadurch in inzwischen recht hohem Alter neue Freiheit. Durch ihre Ehen hinweg hatte sie ihre eigenen Ländereien clever gemanaged, Innovationen eingebracht und gute Profite aus der Landwirtschaft erhalten. Sie entfaltete ihren Wohlstand, Einfluss als Matriarch einer großen Familie und Eigenständigkeit komplett im selbstbestimmten Bau von Hardwick Hall.

Das Haus ist ein markantes Statussymbol durch die klare, geometrische Renaissancearchitektur und die riesigen, ungeheuer teuren Fensterflächen. Das Dach zieren umlaufend Ornamente mit "E-S" für Elizabeth Shrewsbury. Im Interieur sind bedeutende Tapisserien erhalten.

 

Hardwick Hall gehört nun dem National Trust und ist für Besuche geöffnet.

 

2. Stowe Gardens, Buckinghamshire

Das Anwesen Stowe besteht seit 1571 und wurde im 18. Jahrhundert in den vermutlich bekanntesten und kunsthistorisch bedeutendsten englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Gartenarchitekt war der berühmte Lancelot 'Capability' Brown und er arbeitete von 1741 bis 1751 in Stowe. Im Alter von 25 war Brown Chefgärtner geworden und dem Forscher Tim Knox nach ist die daraus erblühte Karriere das wohl größte Vermächtnis des Landschaftsgartens. Stowe katapultierte Brown in neue Spären und machte ihn zum gefragtesten Gärtner Englands. Für viele Jahrzehnte danach reiste er unermütlich durch das Königreich und gestaltete über 170 Landschaftsgärten. Dabei bot er den vollen Service von Gestaltung, Durchführung und 'schlüsselfertiger' Übergabe. Zeitgenossen spotteten über Browns Arbeitseifer, dass sie gerne vor Brown versterben würden, um das Himmelreich noch zu sehen, bevor er es umgestalten würde.

Das Herrenhaus Stowe, heute eine Schule, wurde über Jahrzehnte unter anderem von den Architekten Robert Adam (1770-1) und Sir John Soane (1805-7) gestaltet. Mehrere Besitzer von Stowe unternahmen Grand Tours nach Italien und brachten Kunstschätze von dort mit. Diese Erfahrungen flossen auch ins Interieur ein, so ist der Marble Salon beispielsweise dem Pantheon in Rom entlehnt. Im Jahre 1989 wurde der Park an den National Trust übergeben und ist nun 365 Tage im Jahr offen.

 

3. Newstead Abbey, Nottinghamshire

Lord Byron, der berühmte Poet der Romantik, erbte den Familiensitz Newstead nahe des Sherwood Forest im Jahre 1798. Die in der Reformation durch Heinrich VIII. aufgelöste Augustinerabtei war zu dieser Zeit heruntergekommen und Byron erst zehn Jahre alt. Seine Mutter wohnte mit ihm im nahen Nottingham, da das Haus derart ruinös war. Nach seiner Volljährigkeit investierte der junge Lord Byron viel in die Instandsetzung, konnte jedoch nur einige Räume renovieren und bewohnbar machen und auch in diese kroch die Feuchtigkeit schnell zurück.

Der Dichter mochte Newstead Abbey, hatte jedoch stets finanzielle Schwierigkeiten und einen insgesamt unsteten Lebenswandel. Daher hielt er sich nur zeitweise in Newstead Abbey auf. Das Anwesen war für ihn jedoch eine große Inspiration und die ruinöse Sentimentalität entsprach genau der Mode der Romantik und seinen Dichtungen. Viele von Byrons Gedichten drehen sich um das Haus und er verbrachte glückliche Stunden mit Spazieren und Spielen mit seinem Lieblingshund Boatswain im Park. Dennoch war er letztendlich 1812 finanziell genötigt, das Haus zu verkaufen. Die Suche nach einem Käufer zog sich bis 1818. Byron lebte zu dieser Zeit im Ausland und verstarb schon 1824. Der Käufer Thomas Wildman investierte viel in die erneute Instandsetzung und gab der Süd- und Westfassade ihr heutiges Aussehen. Im Inneren befindet sich ein wunderschöner Kreuzgang sowie die Innenräume Byrons im Gotischen Stil und wechselnde Ausstellungen. Es gibt einen Raum mit pädagogischen Spielen, Kostümen und Erklärungen für Kinder. Die Pfauen, die frei im Park herumlaufen, sind ein weiteres Highlight.

 

4. Little Moreton Hall, Cheshire

Litte Moreton Hall in Cheshire ist ein bezaubernd verwinkelt und vor allem verbogenes Anwesen aus der Tudorzeit. Die Long Gallery, nachträglich oben aufgesetzt und durch die großen Fenster erkennbar, war einfach zu schwer. Hier, wo früher getanzt wurde, fühlt man sich heute wirklich seekrank, so uneben ist der Boden geworden. Die ältesten Bauabschnitte Moretons wurden zwischen 1504 und 1508 errichtet. Die Bauzeit erstrecke sich über hundert Jahre und kreierte durch die Planänderungen und Anbauten den verwinkelten Charakter.

Das charakteristische Tudor-Fachwerk ist besonders elaboriert und zusammen mit dem das Haus umlaufenden Wassergraben und der Sandsteinbrücke bildet es einen verwunschen-märchenhaften Komplex. Im 19. Jahrhundert inspirierte Little Moreton Hall die Romantiker und den viktorianischen Historismus. Nach über 450 Jahren im Familienbesitz (über einige Jahrhunderte jedoch aus Geldnot vermietet) übergaben die Moretons das Haus 1938 an den National Trust. Es ist zwischen April und Dezember geöffnet. Das Innere ist gut erhalten mit originalen Kaminen, Vertäfelung und liebevoller Präsentation. Der wieder hergerichtete Knotengarten ist reizend und es gibt einen Tearoom mit Verpflegung.